Der Giersch – eine nahrhafte Quelle

Zu Unrecht bekämpft!

Beim Giersch scheiden sich die Geister. Dem einen ist das Wildgewächs ein lästiges Unkraut im Garten, dem anderen eine wertvolle Zutat in der (Kräuter-)Küche. Zugegeben, er ist schon ziemlich aufdringlich... aber dies ermutigt doch auch, öfter mal eine grüne, gesunde Mahlzeit zu sich zu nehmen. ;)

Wer übrigens nicht "das Glück" hat, den Giersch in seinem Garten anzutreffen, findet ihn an halbschattigen Standorten, wie Lichtungen in Laubwäldern, Gebüschen oder dichte Wegesränder (Achtung Hundepipi!)



Es ist schon verrückt, dass so viele gesunde und vor allem robuste Pflanzen in unsere Gärten kommen, wir uns kostenlos an ihnen bedienen können - aber ihr Wert überhaupt nicht erkannt wird. Heilende und schmackhafte Kräuter werden genervt entfernt und weggeworfen.

Dabei ist doch die beste Art "Unkäuter" zu entfernen, sie einfach aufzuessen!

Der Giersch steckt voller Lebenskraft und ist als Küchenkraut, sowie als Heilpflanze anwendbar.

Anwendungsgebiete:

Rheuma, Gicht, Arthrose, Blasenentzündung, Erkältungen, unterstützt das Immunsystem

Wirkt: antibakteriell, antimykotisch, entsäuernd, entzündungs­­hemmend, harntreibend, kräftigend


Enthält:

  • Flavonglykoside

  • Vitamin A und C

  • Magnesium

  • Kupfer

  • Kalium

  • Kalzium

  • Harze

  • Ätherische Öle

  • Bor

Was kann man verwenden?

Blätter, Blüten, Samen

Schmeckt wie:

Petersilie, Spinat

Erkennungsmerkmale:

Bei Giersch denke ich automatisch an „3 mal 3“ … einen dreieckigen Blattstiel mit drei Abzweigungen und jeweils drei Blättern. Orientiert euch bei der Bestimmung lieber an den Blättern als an der Blüte. Denn diese zeigen die besseren Merkmale. Die Doldenblüte birgt zudem viele Verwechslungsgefahren.

Ihr könnt den Giersch auch am Geruch erkennen. Dieser ähnelt beim zerreiben der Blätter stark an Petersilie.


Da wir gerade mitten im November stehen, kann ich euch den Giersch nicht in Blüte zeigen. Schaut euch für die Bestimmung die Abbilungen auf z.B. Wikipedia an.


Das schöne am Giersch ist auch, dass er sowohl gekocht, getrocknet und roh verzehrt werden kann. Ob im Salat, als Tee oder als feines Küchenkraut – den gesunden Giersch in seinen Alltag einzubauen ist ein Leichtes.

Auch äußerlich linder er sogar Insektenstiche und Sonnenbrände. Dafür einige Gierschblätter zerreiben und direkt auf Stich oder die Verbrennung auflegen.


Giersch-Spinat Süppchen


Zutaten:

  • Zwei Hände frische Gierschblätter

  • 250g gefrorener Spinat

  • 1 mehligkochende Kartoffel

  • 500ml Brühe

  • Salz/Pfeffer/rote Pfefferbeeren

  • ½ Zitrone

  • Creme fraiche/Creme Vega

  • 1 kleine Knoblauchzehe

  • 1 Schuss Bratöl


Ein Süppchen für zwei Personen.


Spinat aus dem Eisfach nehmen und auftauen. Zwiebeln in kleine Stücke scheiden und in Öl anschwitzen. Danach die Knoblauchzehe pressen und hinzugeben, ebenfalls kurz anschwitzen und mit der Brühe ablöschen. Kartoffel schälen und in kleine Stücke schneiden. Ca. 10 min. köcheln lassen. Sobald die Kartoffelstücke weich sind, gewaschene Gierschblätter hinzugeben. Kurz darauf den Spinat auswringen und ebenfalls hinzufügen. Das Ganze 5-10 min auf niedriger Stufe köcheln lassen.

Alles in einen Mixer geben und schön cremig pürieren. (Stabmixer geht natürlich auch)

Mit Zitrone, Salz und Pfeffer abschmecken. Je nach Größe eurer Kartoffel, kann die Suppe evtl. noch ein wenig Brühe oder einen Schuss Wasser vertragen. Und je nach Geschmack,- wie (dick)flüssig ihr eure Suppe mögt.

Ein Klecks Creme Vega einrühren und mit jungen Gierschblättern und/oder roten Pfefferbeeren garnieren.


Dazu passt…

Krosses Fladenbrot mit Olivenöl, frischem Knoblauch, Meersalz & Gierschblättern. Eine frische Avocado oder ein gekochtes Ei.



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