Finde zu dir selbst.



Wo kommen wir her … und wo wollen wir hin?


Es gibt Tage, an denen mir schweren Gemütes bewusstwird, wie sehr sich der Mensch bereits von der Natur entfernt hat.

Seine Lebensweise scheint ihn zu entwurzeln und es zwingt ihn immer mehr dazu, sich auf synthetische Art und Weise zu versorgen.

Warum vernichtet und entfremdet sich der Mensch von der Natur, um sie dann künstlich zu ersetzen?

Es fällt auf, dass sich viele bereits in ihren Gedanken und ihrer Wahrnehmung von der Natur abkoppeln:

„Wir Menschen und die Natur“.

Das ist falsch, denn wir Menschen SIND Natur. Wir sind Teil des Ganzen und haben es irgendwann vergessen. Sicher waren wir auch schon mal ein wichtiger Teil des Ökosystems, bis wir anfingen zu viel zu nehmen und obendrein selbst zu erschaffen. Und auch wenn dies eine evolutionär bahnbrechende Entwicklung war, geriet der Mensch auf Irrwegen. Er erschuf und erfand und wurde immer künstlicher. Mittlerweile kleidet er sich künstlich, ernährt sich künstlich, pflegt sich künstlich, heilt sich künstlich…

Und doch sind wir immer noch natürlichen Ursprungs. Unser Körper ist auf natürliche Inhaltsstoffe, Umgebungen usw. programmiert und unsere Seele vergisst nie, wo ihr Zuhause ist. Aber wie will man all dies bewusst fühlen, wenn der Geist permanent gefordert und abgelenkt wird?

Was fehlt ist Zeit und Klarheit, sich dem bewusst werden zu können. Irgendwann erreicht ein jeden (sei dessen Leben in einer noch so künstlichen Umgebung) das Gefühl der Verbundenheit zur Natur, in Momenten der eigenen Wahrheit.

Sei es die Schönheit eines Sonnenuntergangs, der Gesang eines Vogels der unser Herz erreicht, der Duft mancher Blumen, das Rauschen des Meeres oder der beruhigende Waldspaziergang.

Es hat einen Grund, warum der Ausflug in die Natur den Menschen so viel Ruhe und Kraft gibt.

Forscher belegen mittlerweile, dass ein Spaziergang im Wald unser Immunsystem stärkt, sogar eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika hat.

In der Natur atmen wir buchstäblich durch. Stress fällt ab und wir erden uns. Ähnlich wie wenn man nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, man die Tür hinter sich zuschlägt und „die Welt“ Draußen lässt. Ein Gefühl von Zuhause. Geborgenheit.

2500 vor Christus war Deutschland ein einziger Wald. Die Beziehung zu ihm, liegt quasi in unseren Genen. Schon der Anblick eines Baumes hilf uns eine Krankheit besser zu überwinden. Es ist als wäre dieses tief in den Zellen verankerte Band nie gerissen. Und so suchen die Menschen ihren klaren Kopf zwischen alten holzigen Freunden, und finden Trotz, Ruhe und Raum inmitten vertrauter Eindrücke. Dem wiegen und rauschen der Blätter, dem wohltuendem Klang der Vögel, dem beruhigendem Duft der Moose und Harze und dem malerischen Leichteinfällen.

Wann warst du zuletzt Zuhause.. im Wald? Hast Zweige durch deine Hände gleiten lassen? Einem Reh in die Augen geblickt? Ein Specht bei der Arbeit beobachtet? An einem alten holzigen Freund gelehnt und mit ihm deine Gedanken geteilt?

An Orte des Friedens sind wir unverfälscht. Ein Moment in dem wir jede Maske und jede Waffe fallen lassen. Die Natur gibt uns Gelegenheit und den Raum unsere eigenen Gedanken und Gefühle wahrzunehmen. Als würdest du dich selbst an deinem Ursprung treffen und nichts und niemand lenkt ab.


„The old ways are calling us back.“

Diese Worte las ich vor Kurzem und bestätigte diese für mich im Innern.

Auch wenn wir uns in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickeln, der sogenannte Fortschritt uns voranpeitscht,- können wir es nicht leugnen, dass vermutlich Jeder Tage hat, an denen alles Zuviel wird und man sich nach der Einfachheit und Stille der Natur sehnt.




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