Ritual ~ Gelassenheit





Lass die Welt mal Draußen…


Wenn es ein Gesprächsthema gibt, welches momentan gefühlt JEDEN irgendwie betrifft, dann ist das eine Art Müdigkeit, die alle ein wenig zu beschweren scheint.

Das Verständnis für den Körper der sich offensichtlich nach Ruhe sehnt, ist eher verhalten. Denn die meisten sind momentan garnicht so aktiv, was wohl den derzeitigen Umständen geschuldet ist.

Wir unterschätzen allerdings den Energieverbrauch unseres Geistes. Viele sind selbst an einem ruhigen Sonntag, innerlich schon in der kommenden Woche.

Gedanken kosten Kraft. Emotionen kosten Kraft.


Und auch wenn wir gerade nicht viel unternehmen, sind unsere Gedanken umso aktiver.

Es heißt, wer den Winter nicht zum Ruhen nutzt, wird im Frühjahr müde sein. Nun ist die Frage, wann hast du dich das letzte Mal so richtig ausgeruht…

… ohne währenddessen schon an Morgen zu denken, ohne parallel am Smartphone zu hängen, ohne schlechtes Gewissen, ohne kleine Erledigungen zwischendurch, ohne Grübeln über dieses und jenes - einfach nur im Stillen ausgeruht?

Es ist ein großer Unterschied, ob wir wirklich „abgeschaltet“ sind oder nur auf „Stand-by“ stehen. Und leider erlauben wir uns heutzutage nur noch sehr selten eine echte Auszeit zu nehmen und sind dadurch chronisch erschöpft.

Körper, Geist und Seele brauchen ECHTE Pausen und es ist zermürbend Jederzeit verfügbar zu sein.


Natürlich gibt es Situationen, in denen es schwer ist, einfach mal auszubrechen – wenn es sich beispielsweise um frisch gebackene Eltern handelt. Doch grundsätzlich sind wir es selbst, die sich buchstäblich nicht in Ruhe lassen.

Ständig gibt es neue Dinge die erledigt und angegangen werden müssen – und sei es nur der Staub in den Ecken. Das Level der inneren Unruhe ist bei manchen so hoch, dass sie echte Stille mit sich alleine kaum noch ertragen, obwohl sie sich so sehr danach sehnen.

Wenn wir nicht einschreiten, zieht der Körper die Reißleine. Er wird krank. Es ist die letzte Maßnahme, damit der Mensch endlich einmal anhält. Verrückt ist, dass einige sogar in dieser Krankheit ihre Erholung finden. Manche sind froh, wenn sie endlich einmal krankgeschrieben sind und somit der Arzt die Verantwortung für diesen Stillstand trägt. Verrückt ist auch, dass alles was uns vorher nie zur Ruhe hat kommen lassen, weil es uns so wichtig erschien am Ende doch warten konnte.

„Irgendwie ging es dann doch.“


Und so wie wir dazu neigen, Dinge anzuhäufen, weil wir in dem Moment glauben diese zu benötigen – so neigen wir auch dazu uns Aktivitäten aufzuhalsen, weil wir glauben diese machen zu müssen. Es entsteht ein wahnsinniger Druck alles im Griff haben zu wollen.

Aussehen, Beruf, Sozialleben, Haushalt… ANSTRENGEND.… UND BLÖDSINN.

DU MUSST NICHT PERFEKT SEIN… es ist okay mal durchzuhängen. Es ist okay, wenn es mal dreckig ist. Es ist okay, wenn man mal absagt und es ist völlig okay die Dinge mal aufzuschieben.

Es sind oft die EIGENEN ERWARTUNGEN, die uns immer wieder hochscheuchen, genährt von den möglichen Bewertungen anderer. Und alle leiden darunter.

Letztendlich entscheidest du, wieviel Raum du dir schenkst und wieviel Macht und Einfluss die Wertung von außen auf dein Leben hat.


Du bist müde?


Dann erlaube es dir auszubrechen. Löse dich von dem Druck und lasse alles einmal los, denn vieles davon liegt nicht in deiner Macht und ist somit nicht deine Aufgabe. Und anderes ist nicht wichtig genug, um sich dafür zu verheizen und auszubrennen.

Erlaube es dir dich dem Zustand zu ergeben, in die Knie zu gehen und das Universum walten zu lassen. Denn einen inneren Kampf zu beenden, macht dich immer zum Sieger.

Schaffe Frieden in dir, in dem du lernst die Dinge auch mal „sein“ zu lassen – dich selbst eingeschlossen.



DAS RITUAL


Es wird Zeit sich einmal von allem loszulösen und sich zu erlauben diesen Raum ganz frei zu gestalten.


Was du benötigst:

  • · 2 Blätter Papier

  • · Stift zum Schreiben

  • · Stifte oder andere Malutensilien

  • · Musik die sich inspiriert


Suche dir einen Ort, an dem du ungestört bist. Mache es dir mit Kerze, Kissen, Tee und/oder Räuchermischung gemütlich und schaffe dir eine friedliche Atmosphäre.

Passender Tee: Zitronenmelisse

Passende Räuchermischung: Hopfen, Zedernholz, Mastix

(Wer sich diese Zutaten nicht selbst zusammenstellen möchte, kann auch eine fertige Räuchermischung in meinem SHOP bestellen)


Nimm dir einem Moment deine Müdigkeit wahrzunehmen. Die schweren Glieder, die angestrengten Augen, die schwere Atmung. Komm in eine meditative Ruhe… sobald diese durch Gedanken unterbrochen wird. Greife nach dem ersten Zettel und den Stift.


Schreibe auf, was dich von deiner Ruhe abhält.


z.B. „Eigentlich muss ich noch was einkaufen“

Lasse darunter eine Zeile Platz.


Sofort stellt sich wieder dieser Funktionsmodus ein, der uns innerlich antreibt. Lasse nun wieder das Gefühl der Müdigkeit zu und fühle sie, ohne dich dagegen zu wehren.


Nimm sie an.


Nun schreibst du jeweils in der freigehaltenen Zeile eine Freisprechung.

Z.B.

„Eigentlich muss ich noch was einkaufen“

- „aber ich werde auch nicht verhungern, wenn ich dieses auf Morgen verschiebe. Eine Scheibe Brot für heute ist auch okay.“


„Eigentlich muss ich Morgen nach der Arbeit noch so Einiges erledigen. Das wird mir zu viel.“

- „Manches davon kann ich auch nochmal verschieben – oder ich nehme mir einen Tag frei.“


„Eigentlich sieht die Bude aus wie sau. Ich muss dringend aufräumen.“

- „Die Wohnung wir nicht auseinanderfallen, wenn ich es erst Morgen oder Übermorgen schaffe.“


Mache dir mit jedem Satz bewusst, dass du alleine darüber bestimmst, was du tust und wo du bist.

(Wer wirklich völlig ausgebrannt ist, sollte ernsthaft in Erwägung ziehen sich krankschreiben zu lassen, um sich von allem eine Weile zurückzuziehen.)


JETZT kümmerst du dich um NICHTS. Ganz bewusst. Das Telefon wird aus- oder auf Flugmodus gestellt, die Musik dafür an…

Wer kann und möchte schließt nun die Tür hinter sich ab und die restliche Welt damit aus.


Nimm dir nun das andere Blatt Papier, deine Stifte und beginne damit ein Bild zu malen. Überlege dir nicht, was du malen könntest. Denn es geht darum kein Ziel erreichen zu müssen. Du kannst kritzeln, mit Farben experimentieren oder Muster malen … stell dir vor, der innere Druck wird beim Malen über deinen Stift oder Pinsel ans Papier abgegeben. Jeder Gedanke, jede Emotion…


Was dabei herauskommt darf aussehen wir es will.

Wenn du das Gefühl hast, dass alles raus ist, genieße die Freiheit, die du dir selber gegeben hast. Nach dir die Sintflut – zumindest für eine Weile.


Dreh die Musik ein wenig lauter, bewege und tanze ein wenig… ein Lächeln für die Welt und ein „Danke“ an dich selbst. Einmal tief durchatmen.

Ich wünsche dir eine friedliche Zeit… Pass auf dich auf.

Laura

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